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Das Netzwerk Häusliche Gewalt gibt es seit 2002, seitdem es das Gewaltschutzgesetz gibt. Ihm gehören Vertreter und Vertreterinnen aller Einrichtungen, die mit häuslicher Gewalt zu tun haben, an. Dazu gehören zum Beispiel BISS-Beratungsstelle, aber auch andere Beratungsstellen, der Kinderschutzbund, Gleichstellungsbeauftragte, Einrichtungen wie die Justiz, die Polizei, die Jugendämter, das Frauenhaus, Lichtblick und viele andere., Die Mitglieder des Netzwerkes sorgen im Hintergrund dafür, dass Sie als Opfer von häuslicher Gewalt gut informiert, beraten und betreut werden.
Das Netzwerk hat 2008 ein großes öffentlichkeitswirksames Projekt
aufgelegt. Es wurden Standpunkte gegen Gewalt an Frauen gesammelt. Diese
bundesweite Aktion, zu der der Verband der Frauennotrufe und -beratungsstellen
aufgerufen hatte, fand im Landkreis Stade großen Zuspruch.
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Die nächsten Sitzungen des
Netzwerkes Häusliche Gewalt in 2011 finden am 20.01.
(Themenschwerpunkt: Hilfsstrukturen im Landkreis Stade), am 07.04. sowie
am 22.09. statt..
Fortsetzung über die Netzwerksitzung mit dem
Schwerpunkt "Migrantinnen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind:
Dabei kam zusammenfassend heraus, dass Migrantinnen
genauso betroffen sind von der Gewalt durch ihre Partner wie ihre deutschen
Geschlechtsgenossinnen. Die Gewalt der Männer unterscheidet sich in Hinblick auf
die deutschen Täter gar nicht.
Kleine Unterschiede gibt es in dem Aufkommen von häuslicher Gewalt: Auffallend
war, dass insbesondere türkische Frauen und solche aus den ehemaligen
Sowjetrepubliken Gewalt stärker erleben.
26 Prozent der Frauen deutscher Herkunft haben mindestens einmal körperliche und
/ oder sexuelle Gewalt in einer früheren oder aktuellen Partnerschaft erlebt.
Bei den Frauen aus der ehemaligen UdSSR waren es 27 Prozent und bei Frauen
türkischer Herkunft 37 Prozent.:
Auffallend war weiterhin, dass 62 Prozent der befragten Migrantinnen die
örtlichen Hilfsstrukturen kannten, jedoch nur 11 Prozent sich Hilfe holten. Es
gebe keine typischen Muster von Gewaltabläufen, auch die sind so
unterschiedlich, wie wir sie in deutschen Familien antreffen.
Die Konsequenzen, die sich für betroffene Migrantinnen aus häuslicher Gewalt
ergeben, können jedoch gravierend sein. Neben der Angst vor weiterer Gewalt, der
Angst um den Schutz ihres Lebens und den ihrer Kinder sowie der Angst zu
verarmen, denn oft stehen die Migrantinnen in materieller Abhängigkeit von ihren
Peinigern, müssen Frauen aus anderen Kulturen befürchten, ihren
Aufenthaltsstatus zu verlieren. Das kann in den Fällen eintreten, wenn die Frau
keinen eigenen Aufenthaltsstatus hat. In dem Fall kann es den Betroffenen
passieren, dass sie und ihre Kinder aus der deutschen Heimat ausgewiesen werden.
Viel mehr als ihre deutschen Mitbürgerinnen haben Migrantinnen Angst vor
Diskriminierungen, denen sie ohne männlichen Partner ausgesetzt sind. Dies gilt
insbesondere in den Fällen, in denen die Frauen die deutsche Sprache nicht gut
beherrschen.
Die Netzwerkmitglieder berichteten aus ihrer professionellen Erfahrung von der
Tragik des männlichen Ehrbegriffs, der in vielen migrantischen Familien
vorherrsche. Frauen, die sich in die Beratung begeben und sich nach langem
Martyrium entschieden, nicht zum Partner zurückzukehren, sondern sich zu
trennen, müssten oft hinnehmen, nicht nur aus ihren Familien, sondern auch aus
ihren Familienclans als „Verräterinnen“ ausgestoßen zu werden. Diese
Entscheidung kann dann tragisch sein: Sie verlieren nicht nur ihre Eltern und
Geschwister, sondern laufen auch Gefahr, sich zeitlebens verstecken zu müssen,
um einem tödlichen Racheakt der Familie zu entgehen.
Die Netzwerkmitglieder sprachen sich für eine Verbesserung der Situation dieser
betroffenen Gruppe von Frauen aus. So soll die Frage, wie interkulturelle Hürden
künftig in den Einrichtungen im Kreisgebiet abgebaut werden können, in den
nächsten Sitzungen des Netzwerkes näher erörtert werden. Das Netzwerk sprach
sich für eine noch feingliedrigere Vernetzung unter den professionellen
Hilfseinrichtungen aus und möchte für seine Mitglieder einen Workshop zur
Verbesserung der interkulturellen Kompetenz anbieten.
Beim nächsten Netzwerktreffen wird am 22. Oktober wird das Thema Täterarbeit im
Vordergrund stehen. Weitere Auskünfte über das Netzwerk finden Sie unter
www.netzwerk-haeusliche-gewalt.de.
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