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Veranstaltungshinweise oder Informationen aus dem Landkreis Stade, die nicht
nur für Frauen interessant sind. Sie dürfen gespannt sein!
Aktuelle gleichstellungspolitische Themen finden Sie auf dieser Seite. Weitere
Themen gibt es - kurz aufgespießt - unter dem
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Hier unsere aktuellen Themen
16.08.2010
Engagierte Frauen streben in die
Politik
Programm der Gleichstellungsbeauftragten mit
lebhaftem Start
Auf Einladung der
Gleichstellungsbeauftragten kamen am vergangenen Dienstag zirka 30
Frauen in der VHS Stade zusammen, um sich über das Thema „Wie
funktioniert Politik?“ zu informieren und sich für die politische
Arbeit begeistern zu lassen. Die Gleichstellungsbeauftragten hatten
anlässlich der bevorstehenden Kommunalwahl 2011 eine Fortbildungsreihe
mit drei Modulen ins Leben gerufen. An diesem Abend war es das erste
Modul, zu dem die Gleichstellungsbeauftragten nicht nur interessierte
Frauen eingeladen hatten, sondern auch erfahrene und gestandene
Politikerinnen, die sich bereit erklärt hatten, den Gästen in kleinen
Interviews Frage und Antwort zu stehen. Das waren so engagierte
Politikerinnen, wie Elisabeth Müller-Agerley aus Drochtersen, Christel
Lemm aus Buxtehude, Martina Pfaffenberger aus Nordkehdingen, Helma
Deden aus Harsefeld, Silke Hemke und Ingelore Heueck aus der
Hansestadt Stade.
Hier mehr über den Abend und das weitere Vorhaben Programm in der
Übersicht
14.08.2010
Schülerinnen mit
Migrationshintergrund gesucht!
Integrationsprojekt hilft im Übergang von Schule und Beruf
Mädchen im Alter von 15
bis 17 Jahren mit Migrationshintergrund, die einen Ausbildungsplatz
für das kommende Jahr suchen, können an einem interessanten Projekt
teilnehmen, das den Übergang von Schule und Beruf leichter macht.
Die Gleichstellungsbeauftragte Anne Behrends, und die Migrations- und
Integrationsbeauftragte der AWO in Stade, Gaby Siedentopf, führen in
Kooperation mit der Arbeitsagentur Stade im Herbst dieses Jahres ein
Projekt durch, mit dem es den Mädchen bzw. jungen Frauen gelingen
soll, eine geeignete Ausbildungsstelle zu finden. Es werden Mädchen
gesucht, die Interesse haben, sich gezielt und erfolgreich auf die
Bewerbung und auf die Ausbildung vorzubereiten.
Haben Sie Interesse an der Teilnahme? Kennen Sie ein Mädchen, dem Sie
dieses Projekt empfehlen möchten?
Hier finden Sie weitere Informationen.
26.07.2010
Hamburgs Angebot zum Schutz vor
Zwangsverheiratungen
Neue Zufluchtsstätte für weibliche
Migranten
Seit Ende 2009 gibt es in Hamburg eine Zufluchtsstätte für
Migrantinnen im Alter von 14 -21 Jahren, die sich vor Zwangsverheiratungen, vor
arrangierten Ehen, vor Genitalverstümmelung, vor Zwangs-prostitution oder jede
andere Form von Gewalt schützen wollen.
Kontakttelefon: 040-38 64 78 78
Fax
: 040-38 64 78 80
E-Mail: zuflucht@basisundwoge.de
Dort wird eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung durch sozialpädagogisches Fachpersonal
vorgehalten.
Wenn Sie noch mehr
erfahren wollen über das Thema Zwangsverheiratung und Gewalt im Namen
der Ehre, dann informieren Sie sich unter
www.frauenrechte.de bei
Terre des Femmes. TERRE DES FEMMES ist eine gemeinnützige
Menschenrechtsorganisation für Frauen und Mädchen, die durch
internationale Vernetzung, Öffentlichkeitsarbeit, Aktionen,
Einzelfallhilfe und Förderung von einzelnen Projekten Frauen und
Mädchen unterstützt.
12.05.2010
Wuppertal: Bundeskonferenz zur
Gleichstellung
Geschlechterkultur im Wandel als
Schwerpunktthema
Vom 2. bis 4. Mai 2010 trafen sich Deutschlands kommunale
Gleichstellungs- und Frauenbeauftragte zur 20. Bundeskonferenz mit dem
Titel "Rosarot – Himmelblau? Geschlechterkultur im Wandel!" in
Wuppertal. Themen wie, "Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern",
"Eine Frauenquote für börsennotierte Unternehmen", "Die klassische
Familie als Auslaufmodell" oder "Schlaue Mädchen – dumme Jungs?" und
viele Weitere waren Themen, die lebhaft diskutiert wurden.
Unter den neu gewählten Bundessprecherinnen ist auch die
niedersächsische Gleichstellungs-beauftragte
Margareta Seibert
(Stadt Hessisch Oldendorf).
Ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft,
mindestens 40 Prozent
Frauen in den Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen und einen
gesetzlichen Mindestlohn für alle Branchen. Das fordert die
20.Bundeskonferenz der kommunalen Frauen- und
Gleichstellungsbeauftragten im Mai 2010 in Wuppertal.
frauen verdienen in Deutschland durchweg weniger als Männer. Das geht
aus neuesten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes für das Jahr
2009 hervor. Im Schnitt verdienen danach Frauen 15,08 Euro in der
Stunde, Männer 19,50 Euro. Der Gehaltsunterschied zieht sich quer
durch alle Branchen.
Petra Ganser (ver.di) Referentin des Bundeskongresses stellte fest: 70
Prozent der Beschäftigten im Niedriglohnsektor sind weiblich. Sie geht
davon aus, dass eine Lohnuntergrenze das ganze Lohngefüge stabilisiert
und damit auch die Lohnspreizung zwischen Männern und Frauen abnehme.
Immer noch sind Frauen in Führungspositionen in Deutschland eher
selten.
Im internationalen Vergleich gehört die Bundesrepublik inzwischen
sogar zu den Schlusslichtern: Während in Norwegen der Anteil von
Frauen in Aufsichtsräten bei 42 Prozent liegt, sind Frauen in
Deutschland mit 13 Prozent in den Führungsetagen völlig unterbesetzt.
Deutschland liegt damit noch hinter Litauen (15 %) und Bulgarien (17
%). Diese Situation sei skandalös sagte Ramona Pisal (Deutscher
Juristinnenbund) auf der Bundeskonferenz. „Die freiwillige
Selbstverpflichtungen der Unternehmen gehen ins Leere“. Deutschland
soll es Frankreich, den Niederlanden, Spanien und Schweden nachmachen,
die den Unternehmen gesetzlich vorschreiben wollen, wie viele Sitze in
Aufsichtsräten und Vorständen von Frauen besetzt werden sollen. Nur
dann hätten diese in Deutschland und den meisten Nachbarländern in
Zukunft eine Chance auf Spitzenpositionen.
Ultima ratio: Privatwirtschaft könnte verpflichtet werden
„Wenn sich in Zukunft nicht genügend Unternehmen selbst
verpflichten, mehr Führungspositionen mit Frauen zu besetzen, dann
werden wir im äußersten Fall eine Mindestanteilsregelung im Stufenplan
festlegen.“ Das sagte Eva-Maria Welskop-Deffaa Abteilungsleiterin für
Gleichstellung im Bundesministerium für Frauen und Familien und
verweist auf den Koalitionsvertrag der Bundesregierung. Dort haben
sich CDU und FDP auf einen Stufenplan für mehr Frauen in
Führungspositionen verpflichtet.
Auf dem
Foto: Die Teilnehmerinnen der Bundeskonferenz im Mai 2010. Aus dem
Landkreis
Stade haben die Ursula Reinke (Stadt Buxtehude) und Anne Behrends
teilgenommen.

27.04.2010
Kreisweites Frauennetzwerk: Alles über
Allein Erziehende
Allein Erziehende brauchen dringende
Unterstützung!
Das Frauennetzwerk im
Landkreis Stade beschäftigte sich auf seiner letzten Sitzung in
Buxtehude mit der Situation von Allein Erziehenden. Nach ausführlicher
Erörterung der Problemlage und der Statistik, die von der
Landesgeschäftsführerin des Verbandes Allein Erziehender Mütter und
Väter in Niedersachsen (VAMV), Monika Placke, vorgetragen wurde,
verabschiedete das Frauennetzwerk mehrere Empfehlungen,
die die
Gleichstellungsbeauftragten den Landtags- und Bundestagsabgeordneten
mit der Bitte um Unterstützung vortragen werden.
Die wichtigsten
Empfehlungen des Frauennetzwerkes waren: In Anlehnung an die Forderung
des bundesweiten Verbandes Allein Erziehender Mütter und Väter
wünscht sich das Frauennetzwerk künftig eine Kindergrundsicherung von
500 € für jedes Kind. Diese Leistung solle als Einkommen des Kindes
gewertet werden und dürfe weder im SGB II noch im SGB XII auf das
Einkommen der Eltern angerechnet werden. In dieser
Kindergrundsicherung sollen alle kindbezogenen Einkünfte, wie zum
Beispiel das Sozialgeld, Kindergeld, Unterhaltsvorschussleistungen,
Kinderzuschlag, Bafög etc., zusammengefasst werden. Finanziert werden
soll diese Kindergrundsicherung insbesondere durch die Abschaffung des
Ehegattensplittings.
Weiteren Empfehlungen des Frauennetzwerkes: Allein Erziehende sollten
tatsächlich als eigenständige Lebensform angesehen werden. Die
rechtlichen Rahmenbedingungen sind daraufhin zu überprüfen, ob sie
nicht diese Lebensform systematisch benachteiligen. Außerdem sprach
das
landkreisweite Netzwerk dafür aus, dass ein Betreuungsgeld
grundsätzlich kontraproduktiv ist und fordert dessen Streichung. Das
Betreuungsgeld setze insbesondere für Frauen falsche Signale. Es
bewirke, dass Frauen nach der Geburt eines Kindes länger aus der
Erwerbstätigkeit aussteigen. So verfestigten sich – da waren sich die
Teilnehmerinnen des Frauennetzwerkes einig - traditionelle
Geschlechterrollen. Diese Handlungsbedarfe hatte der Frauen- und
Gleichstellungsausschuss des Deutschen Städtetages, dem Karina Holst,
Gleichstellungsbeauftragte der Hansestadt Stade angehört, diskutiert
und um regionale Beratung gebeten.
Placke gab mit ihrem Referat einen zahlenmäßigen Überblick. Im Land
Niedersachsen gibt es 159.700 Alleinerziehende, die Kinder unter 18
Jahren haben, 71.500 Alleinerziehende mit Kindern zwischen 18 und 27
Jahren und 37.600 Alleinerziehende mit Kindern über 27 Jahren.
Beachtlich sei die hohe Zahl der Alleinerziehenden, die noch über 18
jährige Kinder versorgen. Es sind überwiegend Frauen, die zur Gruppe
der Alleinerziehenden zählen (90,42 %). 9,5 Prozent der allein
erziehenden sind ledige Mütter, 15.5 Prozent sind getrennt lebende und
41 Prozent sind verwitwete Mütter. In Niedersachsen gibt es 204.500
Kinder bis zum Alter von 18 Jahren, die von Allein Erziehenden groß
gezogen werden.
Die finanzielle
Situation von Allein Erziehenden sei oft schwierig, so Placke. Sie
führte aus, dass 45 Prozent der in Elternzeit lebenden Allein
Erziehenden zusätzliche Leistungen aus dem SGB II bezögen. Deutlich
wurde, dass es eine relative Armut bei 40 % der Alleinerziehenden
gebe. Placke stellte die wesentlichen gesetzlichen Neuerungen vor,
die Allein Erziehende träfen und sie tendenziell schlechter stellten:
Der Betreuungsunterhalt wurde neu geregelt. Das neue Gesetz führt er
zu der Konsequenz, dass gerade Allein Erziehende überlastet werden, da
ihnen zugemutet wird, dass sie voll arbeiten und gleichzeitig auch die
Erziehungsaufgaben ihrer Kinder übernehmen.
Placke führte weiter
aus, dass die Betreuungssituation für Kinder immer noch schwierig sei,
so dass die Frauen vor allem im ländlichen Raum kaum erwerbstätig sein
können. Trotz aller Bekundungen, die Kinderbetreuungszeiten zu
optimieren und passgenau zu machen, kämen die Verbesserungen nur
schrittweise voran, vor allem für die unter dreijährigen Kinder.
Außerdem, so Placke, profitieren Allein Erziehende zu wenig von der
Kindergelderhöhung, denn sie teilen sich die Erhöhung des
Kindergeldes mit den Unterhaltzahlenden.
Insbesondere für Allein
Erziehende mit instabilen Arbeitsverhältnissen gebe es viele
bürokratische Hürden, die ihnen das Leben schwer machen. Sind sie
Hartz IV-Leistungsempfängerinnen, müssen sie monatlich
Einkommensnachweise bei der ARGE erbringen. Denn je nach Einkommen
errechnen sich die Leistungen aus dem SGB II mit Wohngeld etc. Die
Unsicherheiten am Ende jedes Monats führen zu Stress und Ängsten, wie
die Allein Erziehenden am Monatsende sich und ihre Kinder versorgen
können. Nachteilig sei, so Placke, auch die Steuergesetzgebung, die
dem unterhaltspflichtigen Elternteil einen relativ hohen Selbstbehalt
einräumt, von dem allein erziehenden Elternteil aber verlangt, dass er
sein gesamtes Einkommen für den Unterhalt des Kindes einsetzen
muss. Weitere Problemfälle für Allein Erziehende sind die mangelhafte
Grundsicherung, der schwierige Arbeitsmarkt und hier insbesondere auch
der Niedriglohn gerade für Unqualifizierte. Auch Alleinerziehende mit
Minijobs könnten von ihrem Einkommen nicht leben.
Das Frauennetzwerk im
Landkreis Stade wird das Thema Alleinerziehende weiterhin auf der
Tagesordnung haben und sich für diese Gruppe von zumeist Frauen stark
machen.
11.03.2010
Spiele mit der Macht - wie Frauen sich durchsetzen
Vortrag Marion Knaths und Workshops waren ein großer Erfolg!
„Eine
wirklich gute Verhandlung hat immer etwas von einem Flirt.“ „Ich habe
es zwei Mal gesagt. Meinst du, einer hätte zugehört? Und zwei Minuten
später sagt Kollege Schultze das Gleiche, und alle sagen "Klasse,
Schultze!“ – Welche Frau kennt nicht diese oder ähnliche Situationen?
Genau diese Erfahrungen und vieles Andere wurde am 8. März, am
Internationaen Frauentag in Stade im Historischen Rathaus
thematisiert. Die Vortragsveranstaltung mit anschließendem Networking
war restlos ausverkauft. 270 Gäste, vornehmlich Frauen,waren dabei
anwesend.
Am darauf folgenden Tag konnten die Veranstalterinnen, die
Gleichstellungsbeauftragten Karina Holst für die Stadt Stade, sowie
Anne Behrends für den Landkreis Stade, 180 Frauen und Männer begrüßen,
die die verschiedenen Workshops besuchten und sich Input für ihre
berufliche oder ganz persönliche Entwicklung holten oder ihren
dienstlichen Bereich.
Sie finden hier in Kürze Fotos und Ergebnisse der
spannenden Veranstaltung.
13.01.2010
Häusliche Gewalt bei
Migrantinnen
Netzwerk für besseres Hilfsangebot
Wokshop Interkulturelles Training
In einer der letzten Sitzungen des
Netzwerkes Häuslicher Gewalt ging es um die Thematik der von häuslicher
Gewalt betroffenen Migrantinnen.
Das Netzwerk hatte dazu Andrea Buskotte, die Leiterin des
Landespräventionsrates aus Hannover eingeladen, um die Erkenntnisse
aus der aktuelle Studie des Bundesministeriums für Frauen, Familie,
Senioren und Jugendliche kennen zu lernen. In dieser Studie ist man
der Frage nachgegangen, wie Frauen mit Migrationshintergrund in
Deutschland häusliche Gewalt erleben, welche Hilfsstrukturen sie
vorfinden, und inwiefern sich ihre Situation von der der deutschen
Frauen unterscheidet.
Dabei kam zusammenfassend heraus, dass Migrantinnen genauso betroffen
sind von der Gewalt durch ihre Partner wie ihre deutschen
Geschlechtsgenossinnen. Die Gewalt der Männer unterscheidet sich in
gar nichts von der der deutschen Täter. Unterschiede gibt es in dem
Aufkommen von häuslicher Gewalt: Auffallend ist, so Andrea Buskotte,
dass insbesondere türkische Frauen und solche aus der ehemaligen
Sowjetunion häufiger Gewalt erlebten.
Auffallend war weiterhin, dass 62 Prozent der befragten Migrantinnen
die örtlichen Hilfsstrukturen kannten, jedoch nur 11 Prozent sich
Hilfe holten. Es gebe keine typischen Muster von Gewaltabläufen, auch
die sind so unterschiedlich, wie wir sie in deutschen Familien
antreffen.
Die Konsequenzen, die sich für betroffene Migrantinnen aus häuslicher
Gewalt erleben, können jedoch gravierend sein. Neben der Angst vor
weiterer Gewalt, der Angst um den Schutz ihres Lebens und den ihrer
Kinder, sowie der Angst zu verarmen, denn oft stehen die Migrantinnen
in materieller Abhängigkeit von ihren Peinigern, müssen Migrantinnen
befürchten, ihren Aufenthaltsstatus in Deutschland zu verlieren. Das
kann in den Fällen eintreten, wenn die Frau keinen eigenen
Aufenthaltsstatus hat. In dem Fall kann es den Betroffenen passieren,
dass sie und ihre Kinder ausgewiesen werden aus der neuen deutschen
Heimat. Anders als ihre deutschen Mitbürgerinnen haben Migrantinnen
Angst vor rassistischen Diskriminierungen, denen sie ohne männlichen
Partner vermehrt ausgesetzt sind. Dies kann insbesondere in den Fällen
verstärkt auftreten, in denen die Frauen die deutsche Sprache nicht
gut beherrschen.
Die Netzwerkmitglieder berichteten aus ihrer professionellen Erfahrung
von der Tragik des männlichen Ehrbegriffs, der in vielen migrantischen
Familien vorherrsche. Frauen, die sich in die Beratung begeben und
sich nach langem Martyrium entschieden, nicht zum Partner
zurückzukehren, sondern sich zu trennen, müssten oft hinnehmen, nicht
nur aus ihren Familien, sondern auch aus ihren Familienclans als
„Verräterinnen“ ausgestoßen zu werden. Diese Entscheidung kann dann
tragisch sein: Sie verlieren nicht nur ihre Eltern und Geschwister,
sondern laufen auch Gefahr, sich zeitlebens verstecken zu müssen, um
einem tödlichen Racheakt der Familie zu entgehen.
Die Netzwerk sprach sich für eine Verbesserung der Situation dieser
betroffenen Gruppe von Frauen aus. Es wünscht sich intensivere Sprach-
und Integrationskurse, damit eine bessere Verständigung zwischen den
Migrantinnen und den Hilfseinrichtungen möglich ist. Es wurde
überlegt, inwiefern die interkulturellen Hürden künftig in den
Einrichtungen im Kreisgebiet abgebaut werden können. So wurde
entschieden, dass ein Workshop im Netzwerk angeboten werden sollte, der
interkulturelle Kompetenz vermittelt.
Ein solcher Workshop hat in der Zwischenzeit stattgefunden. Am 12.
Januar kamen zirka 20 Interessierte zusammen, um sich von der
Referentin Gabriele Wiemeyer für die interkulturelle Begegnung und
Kommunikation sensibilisieren zu lassen.
Das nächste Netzwerktreffen
wird am 25. Februar im Kreishaus in Stade, Am Sande, stattfinden. Weitere Auskünfte über das Netzwerk
und seine Arbeit finden Sie unter
www.netzwerk-haeusliche-gewalt.de.
12.01.2010
Weniger Frauen im
Kreistag
Gleichstellungsbeauftragte legen
für 2010 Mentoring Programm auf
Landesweit lässt sich erkennen, dass der Trend, Frauen für
die politische Arbeit in den Kommunalparlamenten zu gewinnen, rückläufig ist.
Aus dem Grund legt die Niedersächsische
Landesregierung in diesem Jahr ein Mentoring-Programm auf, mit dem Frauen
für die Kommunalpolitik interessiert werden sollen. 2011 findet die nächste
Kommunalwahl
statt. Auch die Gleichstellungsbeauftragten im Landkreis Stade werden sich
aktiv an diesem
Mentoring-Programm beteiligen und hoffen nicht nur, damit erfolgreich Frauen
motivieren zu können, sondern auch die Parteien zu ermuntern, diesen Frauen bei
der Nominierung eine Chance zu geben.
Ein Beispiel
für das Absinken der Teilhabe von Frauen als Mandatsträgerinnen in
Parlamenten:
Als am 10. September 2007 der neue Kreistag für den Landkreis Stade aufgestellt
wurde, gab es unter den insgesamt 52 Kreistagsabgeordneten 12 Frauen.
Drei
Frauen in der CDU-Fraktion mit insgesamt 22 Sitzen, sechs Frauen in
der SPD-Fraktion mit insgesamt 18 Sitzen, eine Frau in der Kreiswählergemeinschaft
(KWG) mit insgesamt
vier Sitzen, ebenfalls eine Frau in der Bündnis90 / Grüne-Fraktion mit
vier Sitzen.
In der Kreistagssitzung am 22. Juni ist die einzige Frau in der KWG, Ingelore
Heueck, auf eigenen Wunsch aus dem Kreistag ausgeschieden. Insgesamt sind
derzeit nur noch elf Frauen im Kreistag vertreten.
Ein bedauerliches Ergebnis, nicht mal ein Viertel der
Kreistagsabgeordneten ist weiblich. In der vergangenen
Wahlperiode gab es immerhin 13 Frauen im Kreistag.
Interessiert Sie, wie es im Vergleich in anderen Landkreisen
Niedersachsens aussieht? Das Statistische Landesamt hat die
Kommunalwahl 2006 ausgewertet. Danach sind in den Kreistagen
landesweit 24,4 Prozent Frauen vertreten.
14.05.2009
Frauennetzwerk
beschäftigt sich mit dem neuen § 218
Befürchtungen: Noch mehr Druck auf schwangere
Frauen
Das Frauennetzwerk im Landkreis Stade beschäftigte sich auf
seiner Sitzung am 14. Mai intensiv mit dem soeben verabschiedeten
Gesetz zum § 218 des Strafgesetzbuchs. Zu Gast war als Referentin
Frau Sarah Käßmann als Vertreterin der Evangelischen Frauen in
Deutschland e.V. ins Schloss Agathenburg gekommen, um die Thematik
zu beleuchten. Leider konnten die beiden Bundestagsabgeordneten Frau
Dr. Wetzel für die SPD und Frau Dr. Krogmann für die CDU nicht zugegen
sein, denn in Berlin war Sitzungswoche.
WEnn Sie mehr über die Positionen der Netzwerkmitglieder zu diesem
Gesetz erfahren möchten, dann lesen
Sie hier weiter.

Auf dem Foto sehen
Sie Mitglieder des Frauennetzwerkes sowie die Referentin Sarah Käßmann (2.
vorne von rechts)
von den Evangelischen Frauen e.V.
30.04.2009
Migrantinnen mit großem Eifer bei
der Jobsuche
Weitere Unternehmen für Praktika gesucht, Mentorenpaare
gebildet
Das Projekt „Job-Einstieg für Migrantinnen“ der
Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises in Kooperation mit dem
Jobcenter der Arbeitsagentur Stade und der AWO Migrations- und
Integrationsberatung Stade wurde im April dieses Jahres zum zweiten
Mal aufgelegt und hatte einen erfolgreichen Auftakt. 16 Frauen wurden
im April geschult und
individuell gecoacht. Es ging bei der Schulung darum,
ansprechende Bewerbungsmappen zu erstellen und sich auf das
Vorstellungsgespräch vorzubereiten. Im Anschluss an die Schulung
bewarben sich alle Teilnehmerinnen auf Praktikumsstellen in
Unternehmen im Kreisgebiet. Die Frauen haben sich kennen gelernt und
sehr erfolgreich und mit Spaß gemeinsam gearbeitet. Ab Mai
starteten die vierwöchigen Praktika und sie laufen zum Teil noch
heute. Es gab Unternehmen, für die der Mai ein ungünstiger Monat war,
also wurden die Praktika auf einen anderen Zeitraum verlegt..
Die Migrantinnen konnten
ihr Können in den Unternehmen unter Beweis stellen.
Ende April fand auch die erste Begegnung mit den Mentorinnen statt.
Das sind die Ansprechpersonen für die Migrantinnen oder auch
Begleiterinnen, die ihnen mit Rat und Tat und Unterstützung bei der
Praktikumsplatzsuche und bei allen weiteren Fragen den Migrantinnen
ehrenamtlich zur Seite stehen.
Das Projekt, das mit Mitteln des Landes Niedersachsen aus der
Fördermaßnahme „Migrantinnen in Niedersachsen – Integration
gestalten“, bezuschusst wird, hat das Ziel der beruflichen
Qualifizierung dieser Frauen und damit die bessere Integration von
Frauen mit Migrationshintergrund in unsere Gesellschaft.
Fragen und weitere Auskünfte zu diesem Projekt bei der
Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises, Anne Behrends, Tel. 0 41
41-1 22 05 oder unter
gleichstellungsbeauftragte@landkreis-stade.de.
Und hier ein paar der
Mentoring-Paare aus dem diesjährigen Projekt "Jobeinstieg für
Migrantinnen":
Drittes FrauenFilm-Festival am 7. März
großer Erfolg
600 Gäste Großes Interesse an Filmen und
Informationen
Auch das dritte FrauenFilmFestival war ein starker Erfolg! Zirka 600
Personen waren im CineStar Stade zu Gast. Bis 20 Uhr vergnügten sich die Frauen
unter sich, ab dann waren auch die Männer ausdrücklich eingeladen. Wenn Sie
Interesse haben, schauen Sie sich unsere
Fotoimpressionen gerne an.

Zufriedene Gäste
des FrauenFilmFestivals, die beim Verlassen der Veranstaltung als Symbol für
Schwesterlichkeit und weibliche Stärke zum Internationalen Frauentag von den
Gleichstellungsbeauftragten ein Rose überreicht bekamen.
Frauennetzwerk tauschte sich im Februar aus
Netzwerk tagte im Stader Rathaus mit vielen Frauen
fördernden Themen
Auf Einladung der Stader Gleichstellungsbeauftragten Karina Holst
kamen am 18. Februar 40 Frauen aus verschiedenen Einrichtungen im Stader
Rathaus zusammen, um sich über neueste Themen zu informieren und auszutauschen.
Stades zweite Bürgermeisterin Ingelore Heueck begrüßte das Netzwerk und
beglückwünschte es zum 16 jährigen Bestehen.
Lesen Sie hier in den nächsten Tagen mehr über das Treffen.
linkes Bild: eine
Teilnehmerinnen des Netzwerkes im Gespräch; rechts Almut von Woedtke, Leiterin
der bundesweiten Vernetzungsstelle für Gleichberechtigung und
Gleichstellungsbeauftragte
Themen aus 2008:

Auszeichnung für Standpunkte-Projekt gegen Gewalt
Lob für vielseitige Aktionen des Netzwerkes Häusliche Gewalt
Das große diesjährige
Projekt des Netzwerk Häusliche Gewalt in Kooperation mit den
kommunalen Gleichstellungsbeauftragten „Der richtige Standpunkt: Gegen
Gewalt an Frauen“ ist abgeschlossen.
Anfang Dezember hatte der Initiator dieser Aktion, der Bundesverband
der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe, zu einem Rückblick auf
die seit 2007 gestartete bundesweite Aktion nach Hannover eingeladen.
Wichtigste Ergebnisse hier in Kürze: Landauf landab gab es in ganz
Deutschland großen Zuspruch vieler Menschen, vor allem waren es Männer
und Frauen, zum Teil auch Prominente, die sich bis dahin noch nie zu
einem prekären Thema wie die häusliche Gewalt öffentlich geäußert
hatten.
Die gute Nachricht für das Netzwerk Häusliche Gewalt im Landkreis
Stade: Es wurde für seine zahlreichen und vielseitigen Veranstaltungen
in Kooperation mit den kommunalen Gleichstellungsbeauftragten, für
seine Standpunkte sowie für die landkreisweite Internetseite des
Netzwerkes ausgezeichnet. Nirgendwo sonst hatte es eine solche Fülle
an gelungenen Unternehmungen gegeben. Der Bundesverband lobte
ausdrücklich die Broschüre der Stadt Buxtehude, in der verschiedene
Standpunkte präsentiert werden.
Das Netzwerk blickt
zurück auf das Jahr 2008 mit unzähligen Ausstellungen der
verschiedensten Standpunkte in den Gemeinden und Städten. So gab es
Gottesdienste zum Thema häusliche Gewalt, Fachtage, Filmbeiträge, eine
Broschüre und die Internetseite mit allen Informationen
www.netzwerk-haeusliche-gewalt.de.
Ausgezeichnet wurde außerdem Niedersachsen, denn es war das Land, das
im Vergleich zu allen anderen Bundesländern am besten abgeschnitten
habe. Hier gab es die meisten Aktionen und Standpunkte.
Auf dem Foto
unten sehen Sie die Netzwerkteilnehmer und -teilnehmerinnen, die auf
der Sitzung im September 2008 anwesend waren. Bürgermeister Froelian
(vorne in der Mitte sitzend) hatte die Mitglieder des Netzwerkes in
seinem Rathaus in Horneburg begrüßt.

„Den Standpunkten
Beine gemacht!“ Gewalt ächten
Abschlussveranstaltung der Aktion mit Ausstellung im
Cinestar
Am 17. November hatten das Netzwerk Häusliche Gewalt und die
Gleichstellungsbeauftragten im Landkreis Stade zur
Abschlussveranstaltung des Projektes „Der richtige Standpunkt: gegen
Gewalt an Frauen!“ ins Cinestar in Stade eingeladen. 140 Gäste waren
da, um sich die vielen Positionen verschiedenster Personen und
Persönlichkeiten im Kreis Stade anzuschauen. Von den insgesamt 251
gesammelten Standpunkten war eine Auswahl von 80 Fotos mit kernigen
Sprüchen gegen Gewalt ausgestellt worden.
Wenn Sie Weiteres über die Veranstaltung erfahren möchten, klicken Sie
bitte hier.
Die Fotogalerie mit den Standpunkten finden
Sie unter
www.netzwerk-haeusliche-gewalt.de.
Auch hier finden Sie dazu
Weiteres zu der Aktion
Airbus
Stade:
Vereinbarkeit
von Beruf und Familie
Betriebsbesuch des Netzwerks Vorfahrt Familie
Ende Oktober
Um die Instrumente der besseren
Vereinbarkeit von Beruf und Familie für die Beschäftigten bei Airbus
in Stade ging es am letzten Montag im Oktober. Das kleine Netzwerk von
Experten und Expertinnen, das sich bereits im letzten Jahr im Zuge der
Veranstaltungsreihe „Vorfahrt Familie“ mit dem komplexen Thema
befasste, war zu Gast im Stader Airbus-Werk.
Wenn es Sie interessiert, was ein großer Konzern wie Airbus für die
Vereinbarkeit von Beruf und Familie tut, um junge Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter zu gewinnen beziehungsweise an das Unternehmen zu binden,
dann lesen Sie bitte hier weiter!

Das Netzwerk Vorfahrt Familie zu Besuch bei Airbus Stade; von li. Anne
Behrends, Burkhard Borchers, Betriebsrats-Vorsitender von Airbus Stade ,
Christina Völkers, Koordinierungsstelle für Frauenförderung bei der
Handwerkskammer Lüneburg-Stade, Sonja Domröse, Öffentlichkeitsarbeit beim
Sprengel Stade, Annette Knauer, Fachberaterin der Kinderbetreuungseinrichtungen
im Kirchenkreis Buxtehude, Karina Holst, Gleichstellungsbeauftragte der
Stadt Stade, Ulrike Langer, Beauftragte für Chancengleichheit der Arbeitsagentur
Stade, Walter Punke und Otto Böschen, beide Kirchlicher Dienst in der
Arbeitswelt Stade und Lüneburg.
Was tun bei der Gefahr von
Zwangsverheiratung?
Krisentelefon mit vertraulicher Beratung und Auskunft
Kein Mädchen, keine Frau darf zur Ehe gezwungen
werden, denn die Zwangsheirat und die Zwangsehe sind
Menschenrechtsverletzungen. Sie verstoßen gegen Artikel 1 und Artikel
6 des Grundgesetzes und sind nach dem Strafgesetzbuch strafbare
Handlungen. Was aber können Frauen und Mädchen tun, wenn sie davon
bedroht sind? Was können Lehrer und Lehrerinnen tun, wenn sie
Auffälliges beobachten oder gar von betroffenen Schülerinnen um Hilfe
gebeten werden?
Rat und Information gibt es unter der vertraulichen Telefonnummer 08
00-0 66 78 88 (kostenlos) bzw. unter
zwangsheirat@kargah.de
(Die Beratung kann bei Bedarf auch in arabischer Sprache stattfinden.)
Im Herbst 2008 wird es im Landkreis Stade einen Fachtag für
Professionelle zum Thema
Zwangsverheiratungen geben. Veranstalterinnen sind die
Flüchtlingsberatung des AWO-Kreisverbandes Stade und die
Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises.
Elterngeld beim Landkreis Stade
Bisher nur wenige Väter dabei
Im Jahr 2007 (Stand: 18.12.2007) wurden im
Landkreis (ohne die Städte Buxtehude und Stade) 834 Anträge auf
Elterngeld gestellt. Zusätzlich haben 51 Väter den Antrag auf
Elterngeld gestellt. Diese Zahlen sind noch nicht endgültig, da
Elterngeld noch drei Monate rückwirkend gezahlt werden kann. Dort, wo
Kinder im Dezember 2007 geboren wurden, können noch Anträge bis März
2008 gestellt werden.
Achtung: Sie suchen aktuell eine
Tagesmutter?
Vermittlung und Qualifikation zur Tagespflege - Auskunft beim
Landkreis
Das Jugendamt des Landkreises
vermittelt Ihnen Tagesmütter bzw. Tagesväter. Frau Papert ist für
Sie unter der Tel. 0 41 41-1 23 61 als Ansprechpartnerin erreichbar.
Wenn Sie sich für die Tagespflege qualifizieren lassen möchten, nehmen Sie
ebenfalls Kontakt auf zu Frau Papert, sie kann Ihnen darüber Auskunft geben.
Fortsetzung der Themen und Schwerpunkte
Fortsetzung
des Berichts über den Besuch bei Airbus Stade
Betriebsratsvorsitzender Burkhard
Borchers empfing die acht Teilnehmenden dieses Netzwerkes: Walter
Punke und Otto Böschen vom Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt,
Christina Völkers (Koordinierungsstelle für Frauenförderung der
Handwerkskammer Lüneburg-Stade), Ulrike Langer(Beauftragte für
Chancengleichheit bei der Arbeitsagentur Stade), Sonja Domröse
(Öffentlichkeitsbeauftragte des Sprengels Stade), Annette Knauer
(Fachberaterin für evangelische Kinderbetreuungseinrichtungen) sowie
die Gleichstellungsbeauftragten Karina Holst und Anne Behrends der
Stadt Stade bzw. des Landkreises Stade.
Borchers informierte die Gäste über
das, was Airbus aktiv unternimmt, um seine jungen Arbeitskräfte im
Betrieb zu halten. Dabei genügt es nach seinen Worten nicht mehr, nur
einen sicheren Arbeitsplatz und eine gute Bezahlung zu bieten. Junge
Familien benötigten auch flexible Arbeitszeit. „Eltern wollen ohne
schlechtes Gewissen den Kindern gegenüber arbeiten und dabei ihre
Sprösslinge gut versorgt wissen.“
Deshalb hat sich der Betriebsrat das
Projekt eines Betriebskindergartens auf die Fahnen geschrieben.
Borchers hofft auf einen baldigen Start, denn es gebe fast täglich
Nachfragen vonseiten der Mitarbeitenden. Ein Bedarf von 50 Plätzen
wurde durch eine Umfrage ermittelt. Airbus steht im Gespräch mit der
Stadt Stade und einem potentiellen Träger.
Gute Erfahrungen hat Airbus Stade
bereits mit flexiblen Arbeitszeitangeboten für seine Belegschaft
gemacht. „Die größere Selbstbestimmtheit am Arbeitsplatz bringt mehr
Verantwortung der Mitarbeiter mit sich und unterm Strich ist die
Leistung jedes Einzelnen für Airbus besser“, so die Beobachtung des
Betriebsrates.
Auch die Telearbeit als Instrument der
Vereinbarkeit von Beruf und Familie habe sich bewährt. Besonders
Rückkehrerinnen nach der Elternzeit oder Alleinerziehende nehmen
dieses Angebot, von zu Hause aus zu arbeiten, an.
Bei der Frage nach Frauen in
Führungspositionen musste der Betriebsratsvorsitzende allerdings
passen. Stolz sei das Haus aber auf seine vier Meisterinnen. „Und die
jungen Frauen, die wir ausbilden, machen in der Regel sehr gute
Abschlüsse.“ Deshalb kann die Personalpolitik für Burkhard Borchers
auch nur durch Strategien zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie
zukunftsfähig aufgestellt sein.
Fortsetzung 3.
Stader FrauenFilmFestival
am 7. März
2009
Hier einige Foto-Impressionen von der Veranstaltung:
Frauen für die Politik
gesucht!
Die Expertinnen hatten Spannendes zu berichten. Interessant
war, dass sie aus ganz unterschiedlichen Motiven in die
Kommunalpolitik gekommen waren. Die einen waren schon immer an der
Politik interessiert, die anderen frauenpolitisch engagiert und
wiederum andere waren über die Elternvertretung an Schulen und
Kindertagesstätten in die Politik gekommen.
Auf die Frage, wie denn
die Kooperation mit den meist männlichen Ratsmitgliedern ablaufe,
antworteten fast alle, dass sie gut aufgenommen wurden und sehr
willkommen geheißen seien. Die Frauen berichteten übereinstimmend, die
Mehrheit der Ratsherren begrüße die Zusammenarbeit mit weiblichen
Ratsmitgliedern, da sie einen anderen Ton in die Politik brächten und
durch die oft andere Perspektive von Frauen die Diskussionen
bereicherten. Einige der anwesenden Expertinnen hatten früh Karriere
in der Politik gemacht. Sie bekamen rasch den Fraktionsvorsitz, weil
sie durch ihre gute Arbeit überzeugten, wie zum Beispiel Elisabeth
Müller-Agerley (damals in der Wählergemeinschaft Drochtersen, WGD)
oder auch Helma Deden.
Allen Frauen war die
Lust und die Freude an der politischen Arbeit anzusehen. Sie brachten
die Gäste auf den Geschmack, schwärmten geradezu von der
Vielfältigkeit der politischen Arbeit und der Gestaltungsmöglichkeit
durch Politik, was die Arbeit interessant und spannend mache. Viele
dieser erfolgreichen politischen Frauen hätten es geschafft, Familie,
Beruf und Politik zu vereinbaren. Viele seien allerdings auch erst
nach der Kinderphase in die Politik eingetreten. Ein Wehrmutstropfen
sei jedoch die große zeitliche Beanspruchung durch die Gremienarbeit,
die oft Probleme bereite.
Bei allem Lob, ob der
guten Zusammenarbeit mit den Männern, sahen alle Politikerinnen die
Notwendigkeit der interfraktionellen Zusammenarbeit von Frauen. Im
Landkreis und in der Hansestadt Stade gäbe es noch heute keine
Gleichstellungsbeauftragten, wenn sich dort nicht die Frauen
überparteilich zusammengeschlossen hätten, um dieses Ziel zu
erreichen, berichteten Vertreterinnen aus der Kreispolitik und der der
Hansestadt Stade.
Die Expertinnen hatten
viele Tipps auf Lager für die neuen Frauen. Die wichtigsten waren: Die
Frauen sollten sich jetzt engagieren, wenn sie sich wählen lassen
wollen. Jetzt direkt sollte Kontakt zu den Parteien aufgenommen
werden, wenn die Frauen gute Platzierungen auf den Listen der Parteien
einnehmen wollten. Ein weiterer Tipp war, dass die Frauen nicht lange
zweifeln sollten, schon gar nicht an ihrem Können bzw. an ihrer
Durchsetzungsfähigkeit. „Männer haben diese Zweifel ja auch nicht“, so
wusste Christel Lemm zu berichten, Frauen seien zu oft
Perfektionistinnen. „Da muss man gegebenenfalls die Sauberkeit im
Haushalt mal hinten anstellen“. Ein weiterer Tipp von den Expertinnen:
Frauen müssten lernen, Niederlagen oder Anfeindungen nicht persönlich
zu nehmen und sie sollten sich eine dicke Haut anschaffen. Zu viel
Sensibilität sei eher kontraproduktiv, so Ingelore Heueck. Sie wünscht
sich insbesondere viel mehr Frauen, damit der Ton in der Politik
freundlicher werde und die Themen umfassender diskutiert würden. Ein
weiterer wichtiger Tipp war, dass die neuen Frauen sich erfahrene
Politikerinnen als Mentorinnen wählen sollten, die sie in den ersten
Jahren der politischen Unerfahrenheit begleiten und beraten. Die
meisten anwesenden Expertinnen erklärten sich ausdrücklich dazu
bereit, neue Frauen gerne „an die Hand zu nehmen“. Zusammenfassend
brachte Karina Holst, Gleichstellungsbeauftragte der Hansestadt Stade,
das Thema auf den Punkt: „ Die Zeit ist reif: Der Generationenwechsel
steht an. Interessierte Frauen sollten jetzt die Chance nutzen!“
Die weiteren Module der
Fortbildung der Gleichstellungsbeauftragten können bei der
Volkshochschule (VHS Stade, Tel. 04141 40990) gebucht werden, dazu
gehört ein Rhetorikkurs mit Bernhild Schrand, Führungskräftecoach aus
Hamburg, und ein Kurs „Sozialkompetenz, Selbstsicherheit und
Selbstbewusstsein im Miteinander“ mit Juliane Kiss, unter anderem
Trainerin für Sozialkompetenz und Prävention. Die Teilnahme an beiden
Veranstaltungen kostet insgesamt 40,00 €, pro einzelnes Modul 25,00 €.
Wünschenswert ist die Teilnahme an allen Modulen. Abschluss der Reihe
wird im nächsten Jahr das vierte FrauenFilmFestival im Cinestar am
Internationalen Frauentag am 8. März 2011 sein. Themenschwerpunkt der
Veranstaltung „Frauen in die Kommunalpolitik“.
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Integrationsprojekt
"Junge Migrantinnen auf Ausbildungsplatzsuche"
Dabei kann es sich um
Mädchen handeln, die die Hauptschule, die Realschule, die Berufsschule
oder das Gymnasium verlassen, um in das Erwerbsleben einzusteigen.
Aber auch die Mädchen können mitmachen, die bereits im letzten Jahr
keine Ausbildungsstelle gefunden haben.
Zur Feststellung der Stärken und der Schwächen erhalten die Mädchen
einen Berufsfindungstest sowie einen Spracheignungstest durch die
Berufsberatung in Zusammenarbeit mit dem psychologischen Dienst der Agentur für Arbeit Stade.
Das Projekt enthält des
Weiteren mehrere Seminarangebote und Workshops, mit denen die Mädchen
sich mit ihrer Berufs- und Lebensplanung auseinandersetzen. Dabei geht
um die Berufswünsche der Teilnehmerinnen, um ihre individuellen
Interessen und Fähigkeiten, aber auch um das breite Spektrum an
Berufsmöglichkeiten, das ihnen offen steht. Das Projekt will den
jungen Migrantinnen Mut machen, ihre Möglichkeiten auszuschöpfen. Als
Beraterinnen und Betreuerinnen stehen ihnen Mitarbeiterinnen der MuB
Stich- GmbH Bewerbungs- und Beratungskontur an drei Nachmittagen zur
Seite.
Danach geht es in ein
intensives Bewerbungstraining. Dazu erstellen die jungen Frauen ihre
persönliche Bewerbungsmappe, mit der sie sich erfolgreich bewerben
können. Hier werden sie – ebenfalls ganz individuell – auf das
Vorstellungsgespräch vorbereitet. In einem weiteren Schritt besuchen
sie ein Training zur Selbstbehauptungs- und Sozialkompetenz mit der
WenDo-Trainerin Juliane Kiss.
Mit diesem dritten Projekt zur Förderung der Integration von jungen
Frauen mit Migrationshintergrund sprechen die
Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises und die AWO-Migrations- und
Integrationsberatungsstelle im Landkreis Stade, zum ersten Mal junge
Migrantinnen an. Diesmal ist die Agentur für Arbeit mit im Boot. Die
Planungen laufen auf Hochtouren.
In den letzten Monaten ihrer Schulzeit gehen die Mädchen auf
Praktikumssuche, um sich schon frühzeitig in der beruflichen Praxis
umzuschauen, aber auch, um Unternehmen als geeignete Ausbilder kennen
zu lernen beziehungsweise sich bei Unternehmen schon bekannt zu
machen. Das können Praktika sein, die an wenigen Nachmittagen nach der
Schule stattfinden oder direkt in der Ferienzeit.
Das Projekt wird
gefördert durch das Land Niedersachsen aus dem Landesaktionsprogramm „Migrantinnen
in Niedersachsen – Integration gestalten!“
Hintergrund für dieses
Projekt ist die Erkenntnis, dass junge Mädchen mit
Migrationshintergrund größere Hemmnisse bei der Ausbildungsplatzsuche
überwinden müssen als gleichaltrige deutschstämmige Mädchen. Oft sind
es die Sprachhemmnisse, oft sind es die schlechteren Schulnoten in den
Zeugnissen, manchmal das mangelnde Selbstbewusstsein. Die
Anpassungsschwierigkeiten, mit denen Migrantinnen konfrontiert werden,
hängen sowohl mit der mitgebrachten soziokulturellen Prägung durch das
Herkunftsland zusammen, als auch mit den in Deutschland vorgefundenen
erschwerten Integrationsbedingungen. Das Projekt setzt genau dort an:
Für eine erfolgreiche Integration dieser jungen Mädchen soll die
Unterstützung bei der Findung des richtigen Berufes und des
Ausbildungsplatzes hilfreich sein.
Ansprechpartner sind die
Gleichstellungsbeauftragte Anne Behrends unter Tel 0 41 41-1 22 05
gleichstellungsbeauftragte@landkreis-stade.de , bei der AWO Gaby
Siedentopf unter Tel. 0 41 41-53 44 11,
siedentopf-awostade-migration@t-online.de, bei der Agentur für
Arbeit Armin Hilse unter Tel. 0 41 41-92 62 13
Stade.Berufsberatung@arbeitsagentur.de.
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