Gleichstellungsbeauftragte Landkreis Stade

Anne Behrends

Tel.: +49 (0)4141 12 1005

Netzwerk häusliche Gewalt

Keine Frau muss Gewalt akzeptieren!
Das Netzwerk Häusliche Gewalt ruft zur Plakat-Aktion in allen Sprachen auf

Anlässlich der sexuellen Übergriffe auf Frauen in der Silvesternacht bietet das Netzwerk Häusliche Gewalt im Landkreis Stade Hilfestellung an. „Sexualisierte Gewalt erleben Frauen und Mädchen leider viel zu häufig, sei es bei der Arbeit, in der Schule oder im Vereinsleben, aber auch im privaten und im häuslichen Bereich“, so Silvia Steffens vom Stader Frauenhaus. Auch Renate Winkel von der Biss-Beratungsstelle gegen häusliche Gewalt kann das bestätigen: „Sexuelle Übergriffe erhalten leider auch heute noch immer nicht die richtige Beachtung. Aus Scham und weil ihnen doch keiner glaubt, reden viele Frauen nicht über ihre Erlebnisse. Die Frauen, die es gewagt haben, den Täter wegen sexueller Delikte anzuzeigen, müssen oft erleben, dass es in den wenigsten Fällen zur Verurteilung kommt.“

Die Beispiele Köln und Hamburg, wo sich Hunderte Frauen mit Anzeigen gegen die Täter zur Wehr setzen, zeigen, dass Frauen es endgültig satt haben, sich „begrapschen“ zu lassen und sich mit ihrem Schicksal abzufinden. „Das lässt Hoffnung aufkommen“, so Gabi Schnackenberg, Gleichstellungsbeauftragte der Hansestadt Buxtehude „Diese so offensichtlich neue Dimension einer Straftat von großen Gruppen von Männern hat in der deutschen Gesellschaft neues Unrechtsbewusstsein geschaffen. Und dies nicht nur bei Frauen, sondern auch bei Männern“. Die derzeitige Novellierung des Sexualstrafrechts, des so genannten Vergewaltigungsparagraphen, könnte nach Meinung von Anne Behrends, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Stade, so einen Schub in die richtige Richtung bekommen.

Dass Frauen Gewalt in keiner Weise akzeptieren sollten, betont das Netzwerk Häusliche Gewalt, das sich seit mehr als 10 Jahren aktiv für die Opfer häuslicher Gewalt einsetzt. Denn sexuelle Belästigung und Vergewaltigung sind Straftaten. Niemand darf eine Frau gezielt körperlich oder seelisch verletzen, beschimpfen, demütigen, bedrohen oder zu sexuellen Handlungen zwingen.

Damit die betroffenen Frauen angemessene Hilfestellung erfahren und noch mehr Bewusstsein für dieses Unrecht geschaffen wird, ruft das Netzwerk aus aktuellem Anlass zu einer Plakat-Aktion für das bundesweite Hilfetelefon auf. Das Hilfetelefon bietet an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr kostenlose Beratung für Frauen und Helfer und Helferinnen.

Das Hilfetelefon ist erreichbar unter Tel.  08000 116 016. Und das in 15 Sprachen. 

Damit haben alle Frauen, auch mehrheimische Frauen und insbesondere auch Flüchtlingsfrauen die Möglichkeit, sich (auch anonym) beraten zu lassen und Wege aus der Gewaltspirale zu finden.

Die Plakat-Aktion des Netzwerks hat das Ziel, Werbung für das Hilfe-Telefon an allen öffentlichen Stellen, vor allem in den Damen-Toiletten von Schulen, Kneipen, Diskotheken, in Unternehmen, Rathäusern und anderen Behörden auszuhängen und auszulegen. Wichtig ist dem Netzwerk aber auch die Verteilung der Materialien in den Flüchtlingsunterkünften.

Plakate und weiteres Informationsmaterial kann ab sofort kostenlos an den folgenden Stellen angefordert werden: beim Stader Frauenhaus unter frauenhaus@landkreis-stade.de , Tel. 04141 44123, bei der BISS-Beratungsstelle gegen häusliche Gewalt unter biss@awostade.de, Tel. 04141 534415, bei den Gleichstellungsbeauftragten Gabi Schnackenberg, Tel. 04161 501-4040 oder bei Anne Behrends, unter gleichstellungsbeauftragte@landkreis-stade.de, Tel. 04141 12-204.


 

Netzwerk Häusliche Gewalt

Das Netzwerk Häusliche Gewalt gibt es seit 2002, seitdem es das Gewaltschutzgesetz gibt. Ihm gehören Vertreter und Vertreterinnen aller Einrichtungen, die mit häuslicher Gewalt zu tun haben, an. Dazu gehören zum Beispiel die BISS-Beratungs- und Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt Stade, das Frauenhaus Stade, die Beratungsstelle Lichtblick gegen sexuellen Missbrauch, auch viele andere Beratungsstellen, der Kinderschutzbund, Gleichstellungsbeauftragte, Einrichtungen wie die Justiz, die Polizei, die Staatsanwaltschaft, die Gerichte, die Jugendämter, die Stiftung Opferhilfe, der Weiße Ring und viele andere., Die Mitglieder des Netzwerkes sorgen im Hintergrund dafür, dass Sie als Opfer von häuslicher Gewalt auf dem Weg durch die  „Instanzen“ gut informiert, beraten und betreut werden.
In vielen Projekten hat das Netzwerk umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit gemacht, die die Ursachen, die Schäden und die Folgen der Häuslichen Gewalt thematisieren und einer breiten Öffentlichkeit bewusst machen.
Mehr unter www.netzwerk-haeusliche-gewalt.de

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